ARTIKEL

 

 

DARK LADIES - Arthur Gordon Wolf zu seinem Beitrag befragt

DARK LADIES  -  Arthur Gordon Wolf zu seinem Beitrag befragt

Interview mit Arthur Gordon Wolf, geführt von Elmar Huber am 04. Dez. 2009.


E.H.: Lieber Andreas, wie viele Deiner KollegInnen kannst auch Du bereits auf eine längere Zusammenarbeit mit Alisha Bionda (Beiträge in "Das Geheimnis des Geigers" und "Schattenversuchungen") zurückblicken. Was ist das Besondere an eurer Zusammenarbeit?

A.G.W.: Persönlich „kenne“ ich Alisha leider nicht. Über die Jahre hinweg hat sich aber ein recht reger E-Mail-Kontakt entwickelt. Alisha begleitet mich schon seit meinen Anfängen mit „KÄTZENDÄMMERUNG“ – obwohl es mit einer Publikation in ihrem eigenen Verlag nicht geklappt hat, hat sie mir wichtige Tipps (wie z.B. den übergreifenden Titel) gegeben. Ohne ihr Drängen wäre auch der Prolog nie entstanden. Das Besondere an unserer Zusammenarbeit ist wohl, dass Alisha ein Näschen dafür hat, an welchen Projekten ich gerne mitarbeiten könnte und möchte. Zudem bin ich ein Autor, der erst dann so richtig in die Gänge kommt, wenn ihm eine Deadline im Nacken sitzt. Ich brauche einfach ein bisschen Druck. Und bislang konnte ich die Termine noch immer einhalten. ;-)

E.H.: Alisha hat Dir die einzige "mechanische" Dark Lady zur Bearbeitung zugeteilt. Warum wohl?

A.G.W.: Ganz ehrlich? Ich hab’sie bislang nicht danach gefragt. Ich schätze aber mal, dass sie mein Faible für düstere SF kennt. (Meine erste veröffentlichte Kurzgeschichte handelte von einem weiblichen Replikanten, der Amok läuft.) Und darum bin ich ihr auch dankbar für die Auswahl, gab sie mir doch die Chance, meine Storyline der U.M.C.- Welt weiter auszubauen. Ich erzähle hier in Einzelepisoden von einer zukünftigen Welt, in der die Menschen mehr und mehr die Kontrolle über künstliche Cyberwesen aber auch virtuelle Spiele (s. Das Fest der Grauen Mondin) verlieren.

E.H.: "Das Fest der grauen Mondin" beginnt gewaltig mit der Ankunft antiker Helden in der Amazonenstadt Themiskyra. Doch gerade hat man sich auf ein heroisches Abenteuer mit muskelbepackten Helden eingestellt, reißt Du die LeserInnen unvorbereitet aus diesem Traum. Mir hat das sehr gut gefallen. Spielst Du gerne mit den Erwartungshaltungen der LeserInnen?

A.G.W.: Natürlich bereitet es mir großen Spaß, die Leser zu überraschen. Ich gehe da einfach von meinen eigenen Erwartungen als Leser aus. Für mich gibt es nicht Langweiligeres, als wenn ich von Anfang an genau weiß, wohin die Reise gehen wird. Im besonderen Fall reizte mich natürlich zudem die Verknüpfung solch disparater Elemente wie ‚Mythologie‘ und ‚Virtueller Realität‘. In anderen Stories und Novellen von der U.M.C. - Welt habe ich dies zudem noch mit ‚Fantasy‘ und ‚Horror‘ erweitert.

E.H.: Auch auf die Gefahr hin, zuviel zu verraten? Bist Du selbst ein Rollenspieler?

A.G.W.: Na dann oute ich mich mal. Ich habe noch nie ein Rollenspiel gespielt, noch nicht einmal eins aus der Entfernung beobachtet. J)) Selbst Computerspiele sind nicht mein Ding. Ich schreibe lieber über Leute, die sich in diesen Welten im wahrsten Sinne des Wortes ‚verlieren‘.

E.H.: Hat Dich außer Gaby Hyllas Bild noch etwas zur Figur der Grauen Mondin inspiriert?

A.G.W.: Wie schon erwähnt, existierten zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Stories, in denen ich über biomechanische Wesen berichtet habe. „Die neongrüne Katze“ aus Alishas Katzen-Anthologie „Fenster der Seele“ war übrigens auch so eine U.M.C.- Story. Als ich das Bild sah, musste ich ‚nur noch‘ das kriegerische Element der Replikantin mit meiner SF- Welt verknüpfen. Und was lag da für mich näher, als die Amazonen der Antike zu wählen.

E.H.: Vielen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute und viel Erfolg für Dich.

A.G.W.: My pleasure, Elmar!

DARK LADIES  -  Arthur Gordon Wolf zu seinem Beitrag befragt