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Katzendämmerung 1 &2: Schwarze Sterne (Arthur Gordon Wolf)

Eloy Edictions
Taschenbuch, 458 Seiten
ISBN 978-3-938411-15-5
15,00 €

Ein kurzer Einblick

EIN EINZIGER BLICK Er reicht aus, um das Leben des Fotografen Thomas Trait unwiderruflich zu verändern. Ohne Nachzudenken stürzt er sich in eine wilde ekstatische amour-fou. Seine Angebetete heißt Natascha. Die geheimnisvolle junge Frau ist Übersetzerin für antike Schriften und als Trait schließlich bei ihr einzieht, muss er feststellen, dass ihre Wohnung einer riesigen ägyptischen Grabkammer gleicht. Reliefs und Skulpturen wohin man sieht. Und fast alle zeigen Katzen. Noch ahnt Trait nicht, dass seine Geliebte weit mehr als nur berufliches Interesse mit der ägyptischen Mythologie verbindet. Sie trägt ein dunkles Geheimnis in sich. Und Trait setzt alles daran, dieses Geheimnis zu lüften. Er zahlt für seine Neugier einen hohen Preis. Und der Tod ist nicht das Ende…

Bewertung

San Francisco, 1906. Der erste Teil (eher Novelle, denn Roman) der Trilogie „Katzendämmerung“ widmet sich der mysteriösen Flammenden Jenny. Francisco wird von einem Erdbeben verwüstet, überall brechen Feuer aus, manch einer sieht eine brennende Frau den Flammen entsteigen – und verschwinden. Zu gleicher Zeit nutzt ein Kinderschänder das Chaos aus und wählt sich ausgerechnet die Flammende Jenny als Opfer.
Yucca Springs, 1990. Der Fotograf Thomas Trait verliebt sich in die geheimnisvolle Natascha, Übersetzerin für antike Schriften. Ihr Wohnung wird von ägyptischen Steintafeln und Skulpturen verziert, sodass sich Thomas Trait in einem ägyptischen Grab wähnt. Umso näher Trait Natascha kennen lernt, umso mehr spürt er, dass seine befriedigungsbedürftige Freundin Geheimnisse besitzt, die sie ihm nicht freiwillig erzählen wird.
Nichts verbindet die beiden Handlungsteile, eventuell noch eine seichte Ahnung, für die es jedoch keine Indizien gibt. Vielleicht löst „Rote Nebel“ dieses Geheimnis. Doch der dritte abschließende Teil ist seit Jahren angekündigt – ohne bisher zu erscheinen. Hoffen wir darauf, dass das Geheimnis bald gelüftet werden möge!
Arthur Gordon Wolf spielt mit Motiven der ägyptischen Mythologie, verflicht daraus eine phantastische Handlung, die Katzenliebhaber die Herzen weich werden lässt und alle anderen für Katzen begeistern oder das Interesse wecken kann. Doch auch der Sukkubus-Mythos, wenn auch nur schwach ausgeprägt, darf seine Rolle einnehmen. Eine Rolle, die Natascha famos trägt. Unermüdlich und gierig wälzen sich Natascha und Thomas Trait stundenlang durch Bettlaken und über kalte Fliesen ohne das verrinnen der Stunden zu bemerken. Trotz der nicht wenig erotisch (schmerzvollen) Einlagen missachtet der Autor das Vorantreiben der Handlung nicht. Weder sinkt Arthur Gordon Wolf auf das effekthaschende Niveau eines Richard Laymon ab, noch verweigert er sich einer prüden Wortwahl. Angenehm und charakterunterstützend mischen sich sexuelle Begierden und eine Handlung, die nicht nur geheimnisvoll und unvorhersehbar ist, sondern fast durchgehend mühelos das Interesse des Lesers aufrecht zu erhalten vermag. Neue Handlungselemente und überraschende Wendungen geben der Geschichte eine Dynamik, ohne sich in sinnlosen Spielereien zu verlieren.
Die Handlung beschränkt sich maßgeblich auf Natascha und Thomas Trait. Weitere Charaktere bleiben unscharf und farblos, doch umso besser kann man sich auf das Gefühlsleben der Protagonisten einlassen. Thomas Trait, ein sympathischer Kerl, verliert sich derart in Liebe zu Natascha, dass er moralische Bedenken bei seinen Taten über Bord wirft. Ich mag nicht sagen, dass er zum Antihelden, zum Unsympath wird, doch so manche Tat muss man ihm einfach verübeln. Nachvollziehbare Gründe hin oder her. Doch macht dieses gespaltene Gefühlsleben des Lesers zum Protagonisten nicht gerade einen guten Charakter aus?

Fazit

Leicht und verständlich, doch mit einem gewissen Ehrgeiz an Anspruch legt Arthur Gordon Wolf seinen ersten Roman vor. Und ich muss sagen: Er versteht sein Handwerk auch in langen Texten, vermag den Leser zu fesseln, seinen Figuren Leben einzuhauchen und eine Handlung zu kreieren, die das Interesse weckt, und nicht wie jede x-beliebige Geschichte aus Versatzstücken wirkt.

4 von 5 Punkten

 
 
       
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