ARTIKEL

 

 

Arthur Gordon Wolf: Mein typisches Problem hat mit den Aspekten “Zeit” und “Länge” zu tun

von Leander Wattig am 6. April 2010

Arthur Gordon Wolf

Arthur Gordon Wolf

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Mein „Nom de Guerre“ ist Arthur Gordon Wolf und ich schreibe Kurzgeschichten, Novellen und Romane, die sich hauptsächlich den Genres Unheimliche Phantastik, Horror und SF zuordnen lassen. In den vergangenen Jahren bin ich aber auch dazu übergegangen, mein Repertoire im Bereich Crime (hier vor allem historische Kriminalerzählungen, in denen Sherlock Holmes die Hauptrolle einnimmt) und Fantasy zu erweitern (bislang habe ich zwei Beiträge für die Serie „SARAMEE“ verfasst).

2009 war im Hinblick auf meine Kurzprosa ein recht abwechslungsreiches Jahr: So erschienen meine Erzählungen in diversen von Alisha Bionda editierten Bänden wie „Dark Ladies II“ (Fabylon Verlag), „Schattenversuchungen“ und „Höllische Weihnachten“ (beide Sieben Verlag), des weiteren war ich gleich mit zwei Erzählungen in der Anthologie des neu gegründeten österreichischen Verlages VOODOO PRESS vertreten („ROSE NOIRE“). Es finden sich auch zwei meiner Erzählungen in der im Januar erschienenen Lovecraft-Anthologie „DUNWICH – EIN REISEFÜHRER“ (Basilisk Verlag).

Mein bislang umfangreichstes Projekt ist die Romantrilogie „Katzendämmerung“, eine düster-erotische Tour de Force, in der es um Archäologie, ägyptische Gottheiten und Dämonen geht. Die Teile 1 + 2 sind im Band „SCHWARZE STERNE“ 2008 bei ELOY EDICTIONS erschienen. Ich hoffe, dass der Abschlussteil „ROTE NEBEL“ dieses Jahr folgen wird.

Wie verändern die digitalen Medien bzw. das Internet Ihre Arbeit?

Ich könnte mir meine Arbeit ohne das Internet kaum mehr vorstellen. Die segensreichste Erfindung stellt für mich in diesem Zusammenhang die Erfindung der E-Mail dar. War man als Autor zuvor gezwungen, teure Kopien zu bündeln und mit hohem Porto an die Verlage zu senden, kann nun ein ganzer Roman binnen Sekunden bis ans andere Ende der Welt geschickt werden. Die gesamte Kommunikation zwischen Verlag bzw. Lektor und Autor läuft nun in wenigen Tagen statt in mehreren Wochen ab.

Ansonsten nutze ich das WWW natürlich auch für jede Art von Recherche; der gälische oder japanische Ausdruck für “X” muss nun nicht mehr umständlich in Bibliotheken nachgeschlagen werden, zwei Klicks reichen und man hat das Ergebnis. Da manche Anthologie-Ausschreibungen auch genaue Längenvorgaben haben, bin ich seit etwa einem Jahr auch dazu übergegangen, meine Erzählungen direkt in den PC zu tippen (wegen der Zählfunktion) – ansonsten aber bevorzuge ich doch das alte Handwerk des Schreibens mit Stift oder Füller. Trotz aller Aufgeschlossenheit den neuen Medien gegenüber bleibe ich doch auch immer noch gewissen Traditionen verhaftet.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Mein typisches Problem hat mit den Aspekten “Zeit” und “Länge” zu tun, die sich auch gegenseitig bedingen. Da ich aktuell – wie nahezu jeder Nicht-Bestseller-Autor einem geregelten Beruf nachgehe, bleibt nur an den Wochenenden ausreichend Zeit, kreativ tätig zu sein. Während der Woche ist mein Kopf einfach “zu”. Diese wenige Zeit kollidiert zuweilen mit den von den Verlagen vorgegebenen Deadlines.

Hinzu kommt nämlich mein zweites Problem: Meine Stories werden meist deutlich länger als anfangs geplant. Sie entwickeln während des Schreibens eine Art Eigenleben, das nur sehr bedingt gesteuert werden kann. Leider nur bin ich alles andere als ein Schnellschreiber und so kann es schon einmal geschehen, dass für “läppische 20 Seiten Text” zwei oder drei Monate Zeit ins Land gehen, da ich auch an manchen Wochenenden keine Zeit zum Schreiben finde.

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf meiner Homepage und bei FACEBOOK

Bildquelle: Uwe Schinkel